Samstag, 1. August 2015

Caspar David Friedrich Kalender am 1. August: Der Putbuser Fürst als Sammler

Caspar David Friedrich: Tal oberhalb von Putbus.
1824, 38 x 25 cm, Puschkin Museum Moskau

Am 1. August 1783 wurde Wilhelm Malte I. geboren. Der Fürst zu Putbus war ein begeisterter Sammler von Caspar David Friedrichs Bildern. In seinem Schloss in Putbus befanden sich zahlreiche Arbeiten des Malers, hauptsächlich Rügenmotive in Sepia und als Aquarell, wenige Gemälde. Er schätze Friedrich aber auch als patriotischen Maler in der zeit der Befreiungskriege. So erwarb er 1814 das Gemälde Der Chasseur im Wald.

Caspar David Friedrich: Der Chasseur im Wald.
1814. Öl auf Leinwand, 65,7 x 46,7 cm, Privatbesitz
 
Gustav Friedrich Wilhelm Richter:  Wilhelm Malte I., Fürst zu Putbus,
Öl auf Leinwand, 1905, Jagdschloss Granitz

Freitag, 31. Juli 2015

Caspar David Friedrich Kalender am 31. Juli: Der gestohlene Nebel

Caspar David Friedrich: Nebelschwaden. 1820
Öl auf Leinwand, 32,6 x 42,5 cm, Hamburger Kunsthalle 
Ende Juli 1994 wurde Caspar David Friedrichs Gemälde Nebelschwaden zusammen mit den Bildern Schatten und Dunkelheit und Licht und Farbe von William Turner aus der Frankfurter Kunsthalle Schirn in den Nachtstunden geraubt. 2003 gaben die Diebe Friedrichs Gemälde über einen Vermittler an das ausleihende Museum, die Hamburger Kunsthalle, zurück. Die Nebelschwaden hatte Alfred Lichtwark 1911 für die Kunsthalle erworben.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Caspar David Friedrich Kalender am 30. Juli: Glücklicher kann wohl keiner sein

Caspar David Friedrich: Selbstporträt. 1803,
Feder in Braun, 26,7 x 21,5 cm, Hamburger Kunsthalle

Caspar David Friedrich mietet sich Ende Juli 1803 in Dresden Loschwitz eine Wohnung. Der in seinem Leben immer wieder von depressiven Episoden heimgesuchte Maler scheibt in sein Tagebuch: Glücklicher, wie ich mich jetzt dünke, kann wohl keiner sein. Unklar ist bis heute, ob die Gegend dem Glück zugearbeitet hat oder eine neue Liebe. Ein Selbstporträt aus jener Zeit mag die Tagebuchzeilen illustrieren. In einer der schönsten Gegenden der Stadt mit Blick auf die Elbe folgten dann auch Malerkollegen wie Gerhard von Kügelgen, Carl Gustav Carus, Ernst Ferdinand Oehme, Carl Peschel und Ludwig Richter.

Mehr zum Thema in Caspar David Friedrichs verborgene Landschaften. Die Neubrandenburger Kontexte, Kapitel 2, "Denkmale für Boll", S. 131

Caspar David Friedrich Kalender am 29. Juli: Der falsche Friedrich

Caspar David Friedrich: Kreidefelsen auf Rügen. 1818,
Öl auf Leinwand, 90,5 x 71 cm, Winterthur, Museum Oskar Reinhart
Am 29. Juli 1798 wurde der Romantiker Carl Blechen geboren. Bis 1920 hat man ihm die Autorenschaft des Gemäldes Kreidefelsen auf Rügen zugeschrieben. Für diese Zuschreibung waren vor allem die Weiß-Rot-Kontraste des Gemäldes Im Park der Villa d'Este und die Tatsache ausschlaggebend, dass Blechen die Stubbenkammer auf Rügen mehrmals als Motiv verwendet hatte. Bei der Versteigerung der Kreidefelsen auf Rügen 1903 durch den Sammler Julius Freund galt es völlig abwegig, das Gemälde Caspar David Friedrich zuzuordnen. Erst der Kustos der Berliner Nationalgalerie Guido Joseph Kern erkannte 1920 Friedrichs Hand in dieser Arbeit.

Carl Blechen: Im Park der Villa d'Este. 1830, Öl auf Leinwand,
126 × 93 cm, Alte Nationalgalerie Berlin
Carl Blechen: Die Stubbekammer auf Rügen.

Carl Blechen: Selbstporträt. 1825, Öl auf Leinwand,
26 × 20 cm  , Alte Nationalgalerie Berlin

Dienstag, 28. Juli 2015

Caspar David Friedrich Kalender am 28. Juli: Gelehriger Freund

Carl Gustav Carus: Eichen am Meer. um 1834, Öl auf Leinwand,
117.5 × 162.5 cm, Galerie Neue Meister Dresden  
Am 28. Juli 1869 ist Carl Gustav Carus in Dresden gestorben. Der Arzt, Maler und Naturphilosoph war ein Freund und Schüler von Caspar David Friedrich in Dresden, der zahlreiche Motive seines Lehrers in seinem Werk aufgenommen hat. Deutlich ist das im Vergleich des Gemäldes Eichen am Meer von Carus mit der Sepia Hünengrab am Meer von Friedrich zu erkennen. In seinen Lebenserinnerungen und Denkwürdigkeiten ist viel über den Charakter und die Eigenheiten Friedrichs zu erfahren und stellt so eine wichtige biografische Quelle dar.

Mehr zum Thema in Caspar David Friedrichs verborgene Landschaften. Die Neubrandenburger Kontexte, Kapitel 1, "Heimat, Familie, Frauenbild", S. 14

Caspar David Friedrich: Hünengrab am Meer. 1807, Bleistift,
Sepia, 64,5 x 95 cm, Weimar, Staatliche Kunstsammlungen

Julius Hübner: Porträt Carl Gustav Carus. 1844, Öl auf Leinwand,
94.8 × 73.7 cm, Goethe Haus Frankfurt am Main
Grab Carl Gustav Carus auf dem Trinitatisfriedhof
in Dresden. Foto: 
PaulaeCC-BY-SA-3.0  

Sonntag, 26. Juli 2015

Caspar David Friedrich Kalender am 27. Juli: Von einem Besuch unterbrochen

Caspar David Friedrich: Mondaufgang am Meer. 1822,
Öl auf Leinwand, 55 x 72 cm, Alte Nationalgalerie Berlin
Caspar David Friedrich schrieb am 27. Juli 1822 an seine Frau Caroline, die sich bei der Familie von Georg Friedrich Kersting in Meißen aufhielt. Der Maler berichtet zu nächst vom Vogelschießen auf der Vogelwiese nahe seines Hauses.

Liebe Liena,

Da ziehen sie hin die Schaaren, Alt und Jung, Kinder und Greise, Krumme und Lahme - um zu sehen wenn der große Vogel aufgerichtet wird. Es ist leichter einen Menschen aus seiner Wohnung zu locken als einen Hund hinter dem Ofen hervor; Diesen Morgen ging ich mit deinem Bruder über die Wiese so für die kommende Woche ein Sammelplatz der Freunde - der Gemeinheit - und allen Ausschweifungen sein wird ...
Meine frühere Absicht war dich schon gestern abzuholen, aber dein letzer Brief bestimmte mich dich noch 8 Tage in Meißen zu lassen, und wie ich glaube nicht zu deiner Unzufriedenheit ...
Schon wieder von einem Besuch unterbrochen der eine leise Hoffnung hinterlassen vielleicht mein großes Bild zu verkaufen ...

Mit dem Bild ist das Gemälde Mondaufgang am Meer (vermutlich die Küste bei Greifswald mit Blick  auf die Insel Rügen) gemeint, mit dem Besucher Wassili Andrejewitsch Schukowski.

Caspar David Friedrich Kalender am 26. Juli: Die Hütte neben dem Turm

Caspar David Friedrich: Landschaft mit Pavillon. um 1797,
Aquarell, 16,8 x 22 cm, Hamburger Kunsthalle

Caspar David Friedreich fertigte vermutlich im Juli 1797 während seines Studiums in Kopenhagen das Aquarell Landschaft mit Pavillon. Dabei soll es sich um einen Aussichtspavillon nahe Klampenborg nördlich von Kopenhagen handeln, der dort sein Mitte des 18. Jahrhundert stehen soll und von dem man bis zum nahe gelegen Øresund blicken kann. Dieses Aquarell ist eines der meist diskutierten in der Friedrich-Forschung, allein deshalb, weil sich neben dem Turm eine Hütte befindet. Dies wird als eine symbolische Gegenüberstellung interpretiert, zwischen irdischen Dasein und Paradies, Leben und Tod, arm und reich, gut und böse oder als innerbildlicher Kontrast. Dass Friedrich tatsächlich eine reale Landschaft ins Bild geholt hat, wird nicht erwogen, scheint jedoch in dieser frühen Schaffensphase noch am Wahrscheilichsten. Übereinstimmung dagegen herrscht darüber, dass hier der Einfluss seines Lehres Jen Juel deutlich wird, insbesondere abgeleitet vom Vordergrund des Gemäldes Landschaft mit Nordlicht. Abgesehen davon ist das Aquarell von einer besonderen zeichnerischen Qualität.

Jens Juel: Landschaft mit Nordlicht. nach 1790.