Samstag, 14. Mai 2016

Caspar David Friedrich Kalender am 15. Mai 2016: Blade Runner trifft Caspar David Friedrich

Film still aus "Dead Slow Ahead"

Caspar David Friedrich ist für die mediale Kunst der Moderne ein unverzichtbarer ästhetischer Maßstab. Das heute, am 15. Mai 2016, zu Ende gehende 31. Internationale Dokumentarfilmfestival München zeigte den Film DEAD SLOW AHEAD und charakterisierte die französisch-spanische Produktion mit der Metapher BLADE RUNNER trifft auf Caspar David Friedrich.

Der Kurztext zum Film:

Mensch und Maschine: Das hier ist kein Kampf mehr. Die Maschine hat doch längst gewonnen. Sie atmet schwer, die Fair Lady, der Frachter, der über den Ozean driftet, über ihn blickt. Ein gigantischer Organismus mit stampfendem, dunklem Innenleben; er lässt die Seeleute klein aussehen, die sich durch Herz und Lunge bewegen, wie Ameisen – Sklaven der Technik. Der Rhythmus der Maschinen, der wankende Horizont, die schiere Wucht der Betriebsräume: Wir werden hineingesogen in den Bauch des Wals. Charlie Chaplins MODERNE ZEITEN trifft auf BLADE RUNNER trifft auf Caspar David Friedrich.

Hier der Teaser zum Film:


Freitag, 13. Mai 2016

Caspar David Friedrich Kalender am 14. Mai 2016: Bilder erwandern

Caspar David Friedrich: Ausblick ins Elbtal. 1807, Öl auf
Leinwand, 61,5 x 80 cm, Galerie Neue Meister Dresden

Erstmals ist 2016 der 14. Mai als bundesweiter Tag des Wanderns ausgerufen. In der Sächsischen Schweiz wird empfohlen, auf dem Caspar David Friedrich Weg zu wandern.

Informationen dazu hier

Als Caspar David Friedrich 1799 zum ersten Mal diesen Weg erwanderte, war das noch ein Abenteuer. Darüber berichtete der Maler:

Ich kletterte auf einen schmalen, schwindelnden Pfad, der sich bei einem fürchterlichen Abgrund hinzog, einsam und freute mich meiner Kühnheit. Ha, dachte ich, wie würden die Deinen daheim über dich staunen, wenn sie dich auf diesem Weg sehen könnten. Während ich noch in diesen Gedanken war, kommen auf dem selbigen Wege um einen Felsen zwei Weiber herum, jede mit einem Korb auf dem Rücken, über den trockenes Leseholz und Stangen weit herausragten. Ausweichen konnte ich nicht, sie sahen meine Verlegenheit und riefen mir zu, stehen zu bleiben. Ich drückte mich fest an die Felswand und die Weiber traten um mich herum, während ihre schwere Last über den Pfad hinaus ragte. Wer die schwindligen Pfade oberhalb Schandau’s kennt, der wird mir in meinem Erstaunen beistimmen.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Caspar David Friedrich Kalender am 13. Mai 2016: Aquarellverwandtschaft

Joseph Hoeger: Rattenberg in Tirol. Aquarell, 32,4 x 46,2 cm

Am 13. Mai 1877 starb Joseph Hoeger in Wien. 2010 zeigte das des Kulturhistorische Museum in Wien die Ausstellung Idylle und Wildnis. Landschaftsdarstellungen des 19. Jahrhunderts aus dem Graphischen Kabinett. Vorgestellt wurden vor allem deutsche Künstler aus der Zeit der Romantik. Dort hingen unter anderem neben den Aquarellen von Joseph Hoeger einige von Caspar David Friedrich. Obwohl die beiden Maler keine biografischen Berührungspunkte hatten, zeigen sie in der von der Romantik geprägten künstlerischen Handschrift im Aquarell eine gewisse Verwandtschaft.


Caspar David Friedrich: Schlossruine Teplitz.
Um 1828, Aquarell, Bleistift auf Velin, 18,8 x 21,4 cm.
Moskau, Staatliches Puschkin-Museum der bildenden Künste

Mittwoch, 11. Mai 2016

Caspar David Friedrich Kalender am 12. Mai 2016: Mit dem ersten Gemälde den Lehrer korrigiert

Jens Juel: Den sildige aften efter solens nedgang.
Tusmørke. 1790, 25,5 x 43,5 cm, Privatbesitz 
Am 12. Mai 1745 wurde Jens Jørgensen Juel in Balslev auf Fünen geboren. Der Maler war Caspar David Friedrichs Lehrer an der Königlich Dänische Kunstakademie in Kopenhagen. Friedrich kopierte Juels Landschaften nicht nur, sondern veränderte die Bilder auch in der Komposition und brachte somit seinen eigenen Kunstwillen ein. So kam mit dem Eichbaum nach Juels Gemälde Den sildige aften efter solens nedgang das erste überhaupt bekannte Gemälde Friedrichs zustande. Wobei Friedrich hier auch eine vor der Natur gefertigte Zeichnung verwendete und so auch sein Konstruktionsprinzip der zusammen gesetzten Landschaft erstmals dokumentiert ist.

Caspar David Friedrich: Der Eichbaum. 1798,
Öl  auf Leinwand, 30 x 38 cm, Privatbesitz

Dienstag, 10. Mai 2016

Caspar David Friedrich Kalender am 11. Mai 2016: Schmutzige Lupe

Caspar David Friedrich: Hütte mit Ziehbrunnen. 1802,
Gouache, 13,8 x 21,5 cm, Hamburger Kunsthalle

Vermutlich im Mai 1802 entstand die Gouache Hütte mit Ziehbrunnen. Friedrich malte das Bild nach einer in dieser zeit gezeichneten Vorstudie. Zu sehen ist eine Rügen-Landschaft bei Poseritz. Im Hintergrund sind die Kirchtürme von Stralsund zu sehen. Der Maler hat in mehren Bildern seines Werkes in einem Drittel der Fläche mit einem recht unattraktiven, dunkel wirkenden Hügel die Landschaft verdeckt, um dem eigentlichen Motiv (Hütte mit Ziehbrunnen) mehr Geltung und Strahlkraft zu verschaffen. Man könnte vom Konstruktionsprinzip einer Schmutzigen Lupe sprechen, die hier kleine Hütte vergrößert. Selbst die winzige, auf die Schnittlinie gelegte Windmühle bekommt mehr Aufmerksamkeit.

Montag, 9. Mai 2016

Caspar David Friedrich Kalender am 10. Mai 2016: Caspars Welt inszeniert

Szene aus Jo Fabians Installation Caspar David Friedrich
in Betrachtung des Mondes (Foto: tjg Dresden)
Fundstück im Mai: Der Regisseur Jo Fabian inszenierte 2014 für das Theater Junge Generation in Dresden Theaterinstallation Caspar David Friedrich in Betrachtung des Mondes. Jo Fabian zerlegt und komponiert in seiner Inszenierung dessen Gemälde neu. Er untersucht mit acht DarstellerInnen die romantische Weltsicht und lädt ein, die eigene innere Seelenlandschaft zu ergründen.

 Hier das Video von der Inszenierung:



Sonntag, 8. Mai 2016

Caspar David Friedrich Kalender am 9. Mai 2016: Böhmische Dörfer

Caspar David Friedrich: Mittelgebirgslandschaft mit Brücke und Kapelle.
9. Mai 1803, Feder in Grau, Pinsel in braun, laviert, Kupferstichkabinett Dresden

Am 9. Mai 1803 zeichnete Caspar David Friedrich Landschaften in Nordostböhmen. Das war seine erste Wanderung in diese Gegend. Die Federzeichnung  Mittelgebirgslandschaft mit Brücke und Kapelle ist aus dem dort gefüllten Skizzenbuch die einzige verbliebene Zeichnung. Der Berg könnte der Jeschken sein, das ist aber keinesfalls sicher. Friedrich hinterließ hier, was die Ortsbestimmung angeht, gewissermaßen eine Böhmisches Dorf.